Bio & Veröffentlichungen
An der Forschungsstelle Biographische Religionsforschung der Universität Bielefeld fand ich 2002 eine Forschungsumgebung, die meinen Fragen danach entgegenkam, wie Menschen rückblickend ihr Leben verstehen, in unterschiedlichen Zeiten und sozialen und kulturellen Umgebungen, und wie das wiederum zusammenhängt mit ihren persönlichen Weltanschauungen, Spiritualitäten oder Religiositäten.
In Heidelberg habe ich Psychologie studiert und bei C.F. Graumann promoviert, über Rekonstruktion von Vergangenheit bzw. Lebenserinnerungen an das sogenannte “Dritte Reich” und den Zweiten Weltkrieg. Danach habe ich an Universitäten in Köln, Nimwegen und Dresden in Forschung und Lehre mitgearbeitet, in den Bereichen Sozialpsychologie, Kulturpsychologie, Entwicklung über die Lebensspanne.
Identity and Narrative across the Adult Life-Span – Concepts and Methods for the Study of Worldview and Religion in Consecutive Autobiographical Reconstructions
Während wir durchs Leben gehen, Erfahrungen sammeln und, so gut wir es können, verstehen, verändert sich immer wieder auch unser Bild von uns selbst, und was wir über uns und unsere Art, die Welt zu sehen, erzählen können. Was geschieht dabei mit unseren religiösen und spirituellen Überzeugungen, oder mit unseren Weltanschauungen? Wir verstehen “narrative Identität” als lebenslanges Projekt. Daher plädieren wir für einen integrativen Forschungsansatz, der im Langzeitdesign Veränderungen erzählter Lebensgeschichten im Zusammenhang mit kulturellen, sozialen und historischen Veränderungen sichtbar macht.
Keller, B., Bullik, R. & Steppacher, A.Einblick2024Deconversion from high-tension religious groups
Der Beitrag thematisiert den Ausstieg aus hochkonflikthaften religiösen Gruppen und deren Auswirkungen auf die betroffenen Individuen. Befunde aus unterschiedlichen Fachrichtungen werden berichtet. Vorgeschlagen wird eine interdisziplinäre Perspektive.
Keller, B., Bullik, R. & Streib, H.Einblick2024Following Deconverts and Traditionalists. Longitudinal Case Study Construction
Hier wird die Methode unserer Langzeitstudien erklärt, für die wir psychometrische Daten und Interviewanalysen verbinden. Im Mittelpunkt stehen Interviews zur persönlichen Entwicklung von Glauben und Weltanschauung und deren Veränderung über zehn Jahre. Was hat sich verändert, was blieb stabil? Gibt es Geschichten, Belegerzählungen, die wiederholt verwendet werden? Zur Interpretation ziehen wir psychometrische Profile bzw. deren Veränderungen und Kontinuitäten heran. Und wir diskutieren die Herausforderung, dass auch die verwendeten Instrumente und Konzepte dem Wandel der Zeiten unterworfen sind.
Keller, B., Bullik, R., Steppacher, A., Streib, H. & Silver, C. F.Einblick2021„Aber langsam habe ich das Gefühl, ich passe wirklich in keine Kategorien“: Auf der Suche nach Resonanz in religiösen und psychotherapeutischen Kontexten und Diskursen
Menschen, die sich mit existenziellen Fragen konfrontiert sehen, können sich auf der Suche nach Antworten sowohl religiösen, spirituellen, als auch psychotherapeutischen Möglichkeiten zuwenden. Der Artikel untersucht, auf der Grundlage aufeinander folgender Interviews, eine Suche nach Resonanz in religiösen und psychotherapeutischen Kontexten und Diskursen.
Keller, B.Einblick2021Taking Psychoanalytic and Psychometric Perspectives toward a Binocular Vision of Religion
Geboten wird ein dreifaches crossover: zwischen Psychoanalyse und akademischer Psychologie, zwischen nomothetischer und idiothetischer Forschung und zwischen nordamerikanischer und europäischer Wissenschaftskultur. Nach einer einleitenden Orientierung und Begriffsklärung geht es um Aspekte der religiösen Entwicklung, der Persönlichkeit und des psychotherapeutischen Umgangs mit Religion. Dabei werden jeweils ausgewählte methodische Ansätze und Fallstudien vorgestellt. Plädiert wird für die Nutzung der unterschiedlichen Ansätze als einander ergänzende Perspektiven.
Keller, B.Einblick2020Profiling Atheist World Views in Different Cultural Contexts: Developmental Trajectories and Accounts
Wie unterscheiden sich Menschen, die sich als atheistisch bezeichnen, von Menschen, die sich als religiös oder spirituell verstehen? Welche Rolle spielt es, wo sie leben? Auf der Grundlage unserer methoden- und kulturübergreifenden Forschung in den USA sowie im Osten und im Westen Deutschlands berichten wir über unterschiedliche Wege zu unterschiedlichen atheistischen Weltsichten. Dabei kann es um wissenschaftliche Weltbilder gehen, um intellektuelle Redlichkeit gehen, Sorge für die Zukunft des Planeten – und mancherorts wird eine Scheu berichtet, sich als Atheist zu outen.
Keller, B., Bullik, R., Klein, C., Swanson, S.B.Einblick2018Was bedeutet Spiritualität? Befunde, Analysen und Fallstudien aus Deutschland
„Spiritualität” ist ein Gemeinplatz geworden. Immer mehr Menschen sagen auch in Deutschland: „Ich bin mehr spirituell als religiös“. Aber was ist damit gemeint? Über die Vielfalt der Bedeutungen geben Analysen von Befragungen Auskunft. Welche Rolle Spiritualität für die eigene Entwicklung spielt, wird in biographischen Analysen untersucht.
Streib, H. & Keller, B.Einblick2015Arbeits- und Organisationspsychologie
Dieses Kapitel gibt eine Übersicht über Begriffe und Methoden der Arbeits- und Organisationspsychologie und berichtet über zentrale Themen und Befunde.
Keller, B.Einblick2014Weibliche Entwicklung 50+: Herausforderungen, Hemmnisse, Hoffnungen aus psychotherapeutischer Perspektive
In diesem Kapitel werden aus psychotherapeutischer Sicht und unter der Perspektive lebenslanger Entwicklung Herausforderungen und Hoffnungen untersucht, mit denen Frauen sich in der zweiten Lebenshälfte auseinandersetzen.
Keller, B.Einblick2009Rekonstruktion von Vergangenheit – Vom Umgang der “Kriegsgeneration” mit Lebenserinnerungen
Angehörige der „Kriegsgeneration“ der alten Bundesrepublik haben in ausführlichen Interviews aus ihrem Leben erzählt und dabei auch darüber gesprochen, wie sie das sogenannte „Dritte Reich“, den deutschen Faschismus, und den daraus entstandenen Zweiten Weltkrieg erlebten. Untersucht wird, wie mit diesen miterlebten und mitgestalteten Erinnerungen umgegangen wird.
Keller, B.Einblick1996